Mittwoch, 21. November 2007

Kino: Beowulf, der Pixelkönig

Die Geschichte klingt spannend und hat Potential: Wir schreiben das Jahr Fünfhundertirgendwas. Der große Held Beowulf fährt nach Dänemark, um dem Dänenkönig bei der Bekämpfung eines Ungeheuers zu helfen. Grendel heißt das Vieh und unser Held und seine Mannen bekämpfen es wild entschlossen, besiegen es unter großen Verlusten und schließlich wird Beowulf sogar König der Dänen, als sein Vorgänger freiwillig den Weg alles Irdischen geht. Aber er hat die Rechnung ohne die Familie des Monsters gemacht. Grendel hat eine Mutter, die den Tod ihres Sohnes nicht so ohne weiteres hin nimmt. Beowulf muss also noch mal ran, Grendels Mutter killen. Diese stellt sich jedoch als Angelina Jolie heraus, der auch der größte Held nicht wiederstehen kann. Statt ihr das Leben zu nehmen macht er ihr ein Neues, was sich gut 20 Jahre später rächt und ein weiteres Heldenmetzeln nach sich zieht. Männer tot. Frauen traurig. Abspann!
Wow, was für ein Stoff, dachte ich mir. Und alles wurde in einer, laut Werbung, bahnbrechend neuen Technik namens Motion Capture gedreht bzw. nachbearbeitet. Ich war wirklich neugierig, sowohl auf die neue Technik als auch auf die Umsetzung der Geschichte. Dann ging das Licht im Kino aus und 114 Minuten Grauen begannen.
Was zur Hölle sollte das?! Digitale Avatare, die wie die Hollywoodstars Anthony Hopkinsn, John Malkovich, Robin Wright Penn und Angelina Jolie aussahen, agierten hölzern in einer Märchenlandschaft, deren Pixel man zwar nicht sah, bei der aber das Pixel-Gefühl zum Dauerzustand wurde. Ich war zu keinem Zeitpunkt "in der Geschichte", nie wirklich gefesselt, denn nichts wirkte glaubhaft. Ich sah keine Geschicht. Ich sah eine Computeranimation!
Und das Schlimmste von allem war Beowulf selbst. Für seine Darstellung haben die Filmemacher einen Typen namens Ray Winstone eingescannt, der wohl schon bei "King Arthur" mitgespielt haben soll, was nicht unbedingt eine Auszeichnung ist. Winstone spielte mies und pathetisch und das kann nicht nur an seiner Pixelmaskerade gelegen haben.
Den Film als "bahnbrechend" zu bezeichnen, ist ein Hohn. Die Computerspiel-Ästhetik als etwas Besonderes zu bezeichnen, eine Frechheit. Wenn ich Computerspiel-Ästhetik will, dann spiele ich ein Computerspiel!

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

hab ich doch gleich gesagt, dass der film beschissen ist, burkhard! :D
dome

Anonym hat gesagt…

Hallo Børge!
Deiner Beurteilung schließe ich mich nach unserem gemeinsamen Besuch dieses Machwerkes nur an. ...und auch ich hatte gewarnt! Die Kritik hatte recht: schade um den Stoff! Ich fand, dass da Beste an diesem Film nur die Plakate waren...

Gruß Micha
www.mg-airbrush.de