Mittwoch, 14. November 2007

Schachboxen

Ein Bild, das ich neulich bei SPIEGEL online gesehen habe, beeindruckte micht tief. Ich sah einen Boxring und in ihm zwei Boxer. Doch die beiden boxten nicht. Sie saßen schwitzend an einem Tisch, Kopfhören auf den Ohren und blickten angestrengt ... auf ein Schachbrett. Schachboxen heißt der neue Sport und Anfang November fand in Berlin die erste Weltmeisterschaft statt. Es kämpften der Berliner Frank Stoldt gegen den US-Amerikaner David Depto. Der Berliner gewann und darf sich jetzt Weltmeister der WCBO (World Chess Boxing Organisation) nennen. Was es nicht alles gibt.

Was hat das nun mit mir zu tun?
Beim Schachboxen muss der Sportler sehr schnell vom überlaufenden Adrenalin des Kampfes auf Logik und Intelligenz des Schachspieles umschalten. Was für eine Leistung. Ganz so sieht es in meinem Leben nicht aus, aber es gibt Parrallelen. Ich habe zwei neue Hauptauftraggeber, die sich krasser nicht unterscheiden könnten. Zwei Wochen pro Monat arbeite ich für eine Fernsehagentur und steige für RTL, Sat1, mdr oder was es sonst noch in der deutschen Fernsehlandschaft gibt in die tiefen Abgründe des Boulevard-Journalismus. Gefragt ist, was Quote bringt - und ich hab Spaß an der Sache.
Und was mache ich in den anderen beiden Wochen? Ich arbeite hochkonzentriert zu Hause an meinem Rechner für die Online-Enzyklopädie eines großen deutschen Lexikon-Verlages. Es ist wirklich wie beim Schachboxen. Jede Woche schalte ich um von der Hochkultur zum Trivialen, vom Adrenalin auf der Straße zur Konzentration am Rechner. Und beides macht Spaß.

Und der neue Blog?
Insbesondere während meiner Arbeit für das Fernsehen erlebe ich ziemlich krasse oder zumindest interessante Geschichten. Die will ich nicht für mich behalten. Aber nicht nur darum soll es hier gehen. Sehe ich einen tollen Film im Kino, gehe in ein Konzert oder auf eine Party - Ihr erfahrt davon (vorausgesetzt, es ist erzählenswert). Wahrscheinlich schreibe ich nicht so regelmäßig, wie in meinen Urlaubs-Blogs. Aber es ist geplant, wenigstens ein mal pro Woche eine Geschichte zu veröffentlichen. Manchmal sammelt sich was an, dann können es an einem Tag auch mehrere sein. Mal sehen, ob ich das durchhalte. Ein Anfang ist gemacht.
Ich wünsche Euch viel Spaß.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hey Burkhard, was ist mit unserem Kinderbuch? Grüne Männchen, fliegende Kirchen, Zaunlatten-wedelnde Männer, kinderfressende Monster ... das sollte doch für den Anfang reichen, oder?